Artist werden bedeutet, eine körperliche Kunstform auf höchstem Niveau zu beherrschen. Es beginnt früh — idealerweise im Kindesalter — und erfordert jahrelange Disziplin, Training und Leidenschaft. Ilian Simeonow erklärt die verschiedenen Wege.

Wann anfangen?

Der beste Zeitpunkt, mit der Artistik-Ausbildung zu beginnen, ist das Kindesalter. Die Beweglichkeit, das räumliche Denken und die Lernfähigkeit des Körpers sind in jungen Jahren am größten. Die meisten professionellen Artisten haben ihr Training zwischen 6 und 12 Jahren begonnen.

Das bedeutet nicht, dass ein Erwachsener keine artistischen Fähigkeiten mehr entwickeln kann — aber für eine professionelle Karriere im klassischen Sinne ist frühes Training ein entscheidender Vorteil.

Staatliche Artistenschulen

In Deutschland gibt es eine Handvoll anerkannter Ausbildungsstätten für professionelle Artisten. Die bekannteste und renommierteste ist die:

  • Staatliche Ballettschule Berlin — frühere Staatliche Artistenschule, heute integriert in die Ballettschule. Aufnahme nach Eignungsprüfung, in der Regel ab 10 Jahren. Ausbildungsdauer: 5–6 Jahre.
  • Artistikschule der Musik- und Theaterhochschule Rostock — weitere Ausbildungsmöglichkeit in Deutschland.

Ilian absolvierte seine Ausbildung an der Staatlichen Ballettschule Berlin — er empfiehlt diese Ausbildung als den königlichen Weg für alle, die Artistik professionell betreiben möchten.

Private Schulen und Akademien

Neben den staatlichen Einrichtungen gibt es zahlreiche private Zirkusschulen und Artistikakademien. Diese bieten in der Regel keine staatlich anerkannten Abschlüsse, können aber hervorragende Grundlagenausbildungen in einzelnen Disziplinen anbieten.

Für Disziplinen wie Trampolin, Jonglage, Kontorsion oder Akrobatik sind spezialisierte Turn- und Sportvereine oft der beste Einstieg.

Kinderzirkus als Einstieg

In Deutschland gibt es eine lebendige Kinderzirkusbewegung. Mehr als 1.000 Kinderzirkusse bieten Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, erste artistischen Fähigkeiten in einem unterstützenden Umfeld zu entwickeln.

Diese Kinderzirkusse sind kein Weg zur professionellen Artistik — aber sie sind eine hervorragende erste Begegnung mit der Welt des Zirkus, der Artistik und der Bühne. Viele professionelle Artisten haben hier ihre ersten Schritte gemacht.

Welche Disziplin?

Artistik ist kein einzelnes Fach, sondern eine Familie von Disziplinen. Die wichtigsten:

  • Trampolin und Bodenakrobatik — Basis vieler weiterer artistischer Disziplinen
  • Trapez — statisches Trapez, fliegendes Trapez, Korean Plank
  • Hochseil und Seil — Equilibristik in der Höhe
  • Jonglage — Bälle, Keulen, Ringe, Diabolos und mehr
  • Kontorsion — Überstreckung und extreme Beweglichkeit
  • Luftakrobatik — Tuch, Lyra, Rope
  • Globe of Speed / Todesrad — spezialisierte Großapparate

Karrierewege nach der Ausbildung

Nach einer professionellen Artistenausbildung stehen verschiedene Wege offen: klassischer Zirkus, Varieté und Kabarett, internationale Shows (Kreuzfahrtschiffe, Resorts, Las-Vegas-Style-Shows), Theater und Oper, Film und Stuntarbeit.

Ilian hat nahezu alle diese Wege beschritten — vom internationalen Zirkus in Norwegen und Dubai über die Semperoper Dresden bis hin zum Hollywood-Film. Diese Vielseitigkeit ist heute ein wichtiges Merkmal erfolgreicher Artisten.

Ilian begann seine Ausbildung als Kind und absolvierte sie an der Staatlichen Ballettschule Berlin. Aus dieser Basis heraus entwickelte er eine internationale Karriere als Artist, Stuntman und Schauspieler.

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