Geschichte und
Ausbildung.
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Die Geschichte des
Stuntman
Der Zirkus hat den Stunt geboren. Artisten, Gaukler waren seine ersten Darsteller. Possen auf Zelluloid rissen die Leute ebenso mit wie in der wirklichen Manege.
Die Männer, die für Ulk und Wagnis vor die Kameras traten, nannte man von da an Stuntman.
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Den ersten Stuntman der Kinogeschichte sah man im Film Der Graf von Monte Christo im Jahre 1908. Fünf Dollar bezahlte der Regisseur dem geschickten Akrobaten. Er musste in einer spektakulären Szene kopfüber von einer Klippe ins Meer springen.
Stunt bedeutet so viel wie Kaskade – und stammt vom Kaskadeur aus dem Zirkusmilieu ab. Kaskaden sind wagemutige Sprünge ohne sich dabei ernsthaft zu verletzen. Dafür bedurfte es in der Manege eines langen Trainings und perfekter Körperbeherrschung, um dem Publikum auch am nächsten Tag die Sensation wieder darbieten zu können. Einige der frühen Actiondarsteller kommen auch von dort, wie der einstige Artist Buster Keaton. Er realisierte sogar mit seinen Stummfilmkollegen Harold Lloyd und Charlie Chaplin viele seiner Stunts selbst.
Diese Spezialisten hatten bald zwei feste Namen: Stuntmen oder Kaskadeure. Im Deutschen gibt es auch noch den Begriff Sensationsdarsteller.
Später entdeckten Produzenten von Western in dem Rodeostar Yakima Canutt ihren Mann fürs Grobe. Ab den 1930er Jahren war er die Schlüsselfigur für die Stuntman-Ausbildung. Unter den Lehrlingen war übrigens auch John Wayne. Canutt setzte mit seiner Stunttechnik wichtige Standards für die Profis von heute.
Pferde Stunt
Als unsterblich gilt die berühmte Szene aus dem Film Safety Last (Sicherheit zuletzt) von 1923 mit dem Stuntman Harold Lloyd. In diesem Film klettert er einen Wolkenkratzer hoch und bewährt sich im Kampf mit der Turmuhr. Die Filmaufnahmen wurden tatsächlich an einem Wolkenkratzer aufgenommen. Bei diesen Aufnahmen gab es zwei Absicherungen:
Matratzenbelegte Plattformen unter der jeweiligen Stelle, an der gefilmt wurde und ein unter der Kleidung verstecktes Korsett, das an Drähten befestigt war.
Ohne diese Sicherheitsvorrichtung hätte es keine Filmerlaubnis gegeben. Nach den Aufnahmen interessierte es Harold Lloyd, welchen Nutzen die Absicherungen gehabt hätten, falls er gestürzt wäre. Was beim Dreh glücklicherweise niemand gewusst hatte, demonstrierte eine Puppe bei der anschließenden Sicherheitsprobe. Trotz Auffangmatratzen zerschellte der Dummy am Boden.
Film Safety Last
Derselbe Stunt wurde dann im Film „Miracles / Canton Godfather“ 1989 von Jackie Chan wiederholt. Insgesamt dreimal ließ er sich vom Turm fallen und jedes Mal schlug er sehr hart auf. Auch die Markisen, durch die er fiel, konnten nicht die ganze Geschwindigkeit absorbieren. Chan sagte selber „Aber alles in allem war es ein guter Stunt“.
Jackie Chans Vorbilder sind Buster Keaton, Harold Lloyd und Charlie Chaplin. Man sieht an folgenden Beispielen, wie Jackie seinen Idolen nacheifert.




Untergeordnete Genre im Bereich Stunt:
- Body-Stunts (z. B. Treppenstürze)
- Stage-Combat (Bühnenkampf)
- High-Falls
- Auto-Stunts
- Crash-Stunts
- Motorrad-Stunts
- Fire-Stunts
- Pferde-Stunts
- Rigging
- Pyroeffekte
Berühmte Stuntman
Charlie Chaplin, Buster Keaton, Yakima Canutt, Harold Lloyd, John Ford, Gary Cooper, Harry Piel, Yuen Biao, Sammo Hung, Jackie Chan und Felix Baumgartner.
Wie werde ich
Stuntman?
Der Einstieg führt meist über Praktika und Mentoring bei erfahrenen Stuntleuten, spezialisierte Schulen oder eine mehrjährige Ausbildung zum Kaskadeur an einer Artistenschule.
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Wie lernt man, von Brücken zu springen, durch Glasscheiben zu stürzen oder sich sicher in einer Actionszene zu bewegen? Ilian Simeonow empfiehlt Einsteigern das Praktikum bei einem Profi: Junge Menschen werden von erfahrenen Stuntleuten gelenkt, trainiert und vorbereitet. Eine 5½-jährige Ausbildung zum Kaskadeur an einer Artistenschule ist ein besonders intensiver Trainingsweg.
Private Stuntschulen bieten zusätzliche Ausbildungen und Workshops an. Unverzichtbar sind Organisationstalent, Teamfähigkeit und Flexibilität.
Voraussetzungen
- Talent und Ehrgeiz
- Körperbeherrschung und Koordinationsvermögen
- Geschicklichkeit und Reaktion
- Interesse, Neues zu lernen
- Sicherheitsgefühl und Selbstbewusstsein
Wagemut, Angstlosigkeit oder Leichtsinn sind dagegen keine erstrebenswerten Voraussetzungen. Verletzungen sind Berufsrisiko, doch das Risiko muss kalkulierbar bleiben: Stuntleute schützen sich selbst und das gesamte Team.
Versicherung & Vorsorge
Stuntleute arbeiten fest angestellt oder freiberuflich. Da der Beruf körperlich belastend ist, gehören Vorsorge für auftragsfreie Zeiten und eine berufliche Perspektive nach der aktiven Zeit dazu.
Geschichte der
Artistik
Artistik ist eine Kunstform, die hoch spezialisierte körperliche und geistige Fähigkeiten als Ausdrucksmittel nutzt. Sie prägt Zirkus, Varieté und das Veranstaltungswesen.
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Die Artistik ist eine Kunstform die im Wesen hoch spezialisierte Körperliche Fertigkeiten und Geistige Fähigkeiten als Ausdrucksmittel benutzt. Sie ist der Sammelbegriff für Darbietungen im Zirkus, Varieté und Veranstaltungswesen, die nicht Definitiv einen anderen Bereich der Kunst oder Musik zuzuordnen sind.
Besondere Merkmale
- Mentale Fähigkeiten
- Historisch gewachsene Zustimmung
- Requisiten typische Zuordnung
Dazu gehören u. a.:
Akrobatik, äquilibristik, Kontorsionistik, Clownerie, Dressuren, Modelleure, Schnellzeichner, Verwandlungskünstler, Messerwerfer, Kunstschützen, Fakire, Jonglage, Magie.
Akrobatik
In der Artistik versteht man unter Akrobatik eine bewegungsintensive Ausdrucksform des Artisten die Hauptsächlich durch die Drehungen der längs- und breiten- Achse des Körpers gekennzeichnet ist.
Formen der Akrobatik:
- Kaskadeur
- Schleuderbrett
- Trampolin
- Reck
- Patere
- Wurf
- Luftakrobatik
- russisch Barren und russische Schaukel
äquilibristik
Den äquilibristen kennzeichnet ein hoch entwickeltest Koordinations-Vermögen, beim Balancieren seines eigenen Körpers, anderer Personen oder Requisiten auf den sich andere Personen befinden.
Formen der äquilibristik:
- Hochseil, Turmseil, Schrägseil, Schlappseil, Hanfseil, Drahtseil
- Stirn-, Schulter-, Gürtel-, Zahn-Perch
- Solo oder Partner äquilibristen
- Einrad
- Rola Bola (fälschliche Bezeichnung: Rola Rola)
- Freistehende Leiter
- Kunstrad
Jonglage
Jonglieren zeichnet ein hoch spezialisiertes Koordinations- Vermögen beim werfen, fangen und rotieren von Gegenständen.
Formen der Jonglage:
- Antiboden
- Devilstick
- Diabolo
- Gentleman Jongleur - Zigarren, Kisten, Hüte, Ringe, Keulen und Bälle
- Kraft Jongleure
- Tellerdrehen
- Partner Jonglage
Zu einem der bedeutendsten Jongleure der Geschichte gehörte wohl Enrico Rastelli. Ihm wird nachgesagt, mit zehn Bällen jongliert zu haben. Damit war Er der erste namentlich bekannte Jongleur, dem dies gelang, 1930. Er gilt noch heute für viele Jongleure als Vorbild.
Jongleur

Kontorsionistik
Kontorsionistinereichen ihre Beweglichkeit durch die überdehnung der Sehen und Bänder bzw. der Wirbelverankerung der Dornfortsätze und der Wirbelkörper.
Formen der Kontorsionistik:
- Kauschuk (extreme Beweglichkeit der Wirbelsäule nach hinten)
- Klischnick (extreme Dehnung der Sehnen und Bänder)
Wie werde ich
Artist?
Die Ausbildung hängt stark von Alter, Ziel und Lebenssituation ab: Staatliche Schulen, freie Artistenschulen, Workshops und Kinderzirkusse bieten unterschiedliche Wege.
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Staatlich anerkannte Artistenschulen bieten mehrjährige Vollzeitausbildungen mit Abschluss an. Diese beginnen oft früh und lassen sich mit der regulären Schulausbildung kombinieren. Freie Artistenschulen bieten ebenfalls Vollzeitmodelle, aber auch Abend- und Wochenendkurse sowie Fortbildungen.
Kinderzirkus
Kinderzirkusse ermöglichen einen spielerischen Einstieg in Artistik und Theater. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können allein, mit Freunden oder Familie Kunststücke entwickeln und bei Festen präsentieren.
Weitere Wege
Wer Talent und die nötigen charakterlichen Voraussetzungen mitbringt, kann sich auch direkt einem Zirkus anschließen und im Alltag mit Artisten trainieren. Dieser Weg ist fordernd und verlangt Durchhaltevermögen, Eigeninitiative und gute Zusammenarbeit.
Berufliche Realität
Artisten arbeiten häufig freiberuflich. Die körperliche Belastung macht Vorsorge für Zeiten ohne Aufträge und die Zeit nach der aktiven Laufbahn wichtig. Viele werden später Trainer, Lehrkräfte oder arbeiten weiter in Zirkus, Varieté und Event.